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Buddhismus, Meditation und Schwertkunst



Achtsamkeit ist Frieden.

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Eine Abschlußarbeit einer Waldorfschülerin über:
"Die Geschichte der Samurai".

Jede Form der Weiterverbreitung in jeglicher medialer Form bedarf der Zustimmung der Autorin.

>>>> Zum Download (2 MB).



Überlieferung der Shinkage Ryu
In einem von Gedanken und Gefühlen freiem Herz,
findet auch ein Tiger nichts, worein er seine Klauen schlagen könnte.

Ein und derselbe Wind streicht über die Kiefern auf dem Bergpaß
und über die Eichen im Tal.
Woher aber die Verschiedenheit des Klanges?

Manche meinen, ein Schwertstreich sei ein Schwertstreich,
doch ein Schwertstreich ist ein Nicht-Schwertstreich und Töten ist Nicht-Töten.
Der den Streich führt und der getroffen wird,
beide sind nur ein Traum ohne Wirklichkeit.

Kein Denken, kein Widerspiegeln, vollkommene Leere.
Und doch bewegt sich darin etwas, daß seinen eigenen Weg folgt.
Das Auge sieht es, aber niemand kann daran Hand anlegen,
wie der Mond im Fluß. Dies ist das Geheimnis meiner Schule.

Wolken und Nebel sind Formen des Wandels in halber Höhe.
Über ihnen stehen Sonne und Mond auf ewig.

Sieg gibt es nur für den, schon vor dem Kampf,
der keine Gedanken von/an sich selbst hat,
und im Nicht-Geist des großen Weges verweilt.

Der Teemeister und der Ronin
Ein Daimyo hatte für seinen Besuch beim Shogun zu wenig Samurai im Gefolge, und so befahl er seinem Teemeister ein Samuraigewand anzulegen und ihn zu begleiten. Kaum in Edo angekommen, wird er auch schon, sicherlich durch sein unsicheres Auftreten, zu einem Duell herausgefordert. Nach langem Abwehren und Versuchen seine Situation zu erklären, willigt er schließlich und endlich ein. Er erreicht jedoch das Duell auf morgen Mittag zu verlegen. Bedrückt wendet er sich seinem Herrn zu, der ihm einen der besten Schwertmeister der Stadt empfiehlt. In den frühen Abendstunden macht er sich also auf den Weg zu dem ihm empfohlenen Schwertmeister. Dort angekommen schildert er seine Situation. Der Meister lächelt und sagt: "Ihr seid KEIN Anfänger. In irgend einer Kunst seid ihr bewandert!" - "Ach," sagt der Teemeister, "ich serviere den Menschen nur ab und an eine Tasse Tee." - "Gut," entgegnetete der Schwertmeister und ließ einen Schüler die Tee Utensilien bringen und bat, ihm doch einen Tee zu servieren. Und wie der Teemeister beginnt sich auf die Zeremonie vorzubereiten und sie durchführt, wird er vom Schwertmeister genauestens beobachtet. Zum Schluß gab er ihm folgenden Rat: "Es ist unmöglich dir bis morgen Mittag noch irgendwelche Schwerthaltungen beizubringen, aber ich bin absolut gewiß, daß wenn du dich morgen beim Duell genauso präzise und konzentriert auf den Kampf vorbereitest, wie du es eben auf die Zeremonie tatest, es völlig unmöglich ist zu verlieren." Als er sich mit seinem Kontrahenten zu gegebener Zeit und Ort trifft, ist er innerlich still. Er beginnt, die ganzen Vorbreitungsrituale zum Duellmit derselben Achtsamkeit durchzuführen, wie er seinen Tee zubereitet. Als der Kontrahent ihn während der Vorbereitung beobachtet, dämmert ihm, das er einen Fehler begangen hat und ergreift die Flucht.

Lehren ohne Worte, Verstehen ohne Worte
Als Meister Baso sich zusammen mit seinem Schüler Hyakujo erging, sahen sie Wildenten vorbeifliegen. Baso fragte: "Was ist das?" Hyakujo erwiderte: "Wildenten!" "Wohin sind sie geflogen?" "Sie sind weggeflogen." Daraufhin drehte Baso die Nasenspitze von Hyakujo um. Dieser schrie vor Schmerz auf. Baso fragte:"Wer sagt, daß sie weggeflogen sind?" Es heißt, daß in diesem Moment Hyakujo die Einsicht kam. [Hekigan roku # 53]

Japanische Pädagogik
Der Sohn eines Einbrechers sah seinen Vater altern und dachte: "Wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, wer, wenn nicht ich, soll dann die Familie ernähren? Ich muß dieses Handwerk erlernen." Er teilte seinem Vater diese Gedanken mit und der pflichtete ihm bei. Eines Nachts nahm er seinen Sohn mit zu einem großen Haus. Sie brachen in das Haus ein, fanden eine Truhe mit kostbaren Kleidern und der Vater bat den Sohn ihm diese heraus zu reichen. Als der Sohn sich über die Truhe beugte, stieß der Vater ihn hinein schloß sie mit dem Riegel zu. Der Vater schlich über den Hof und machte Lärm, so daß die Bewohner des Hauses aufwachten, und stahl sich davon. Der Sohn dachte tief erschüttert über die Grau- samkeit des Vaters nach, als ihm ein glänzender Einfall kam. Er machte ein Geräusch, daß wie das Nagen einer Ratte klang. Die Leute trugen einem Hausmädchen auf eine Kerze zu entzünden und in der Truhe nachzusehen. Als der Riegel zurück geschoben wurde, sprang der Einbrecher aus der Truhe, blies das Licht aus, stieß das Mädchen beiseite und entfloh. Die Leute liefen ihm nach, um ihn zu fangen. An der Straße sah er einen Brunnen, nahm einen großen Stein und warf ihn hinein. Die Verfolger drängten sich um den Brunnen, um zu sehen, wie der Einbrecher in dem finsteren Loch ertrank. Der hatte aber inzwischen unbe- helligt das Haus der Familie erreicht. Erzürnt warf er dem Vater vor, er sei nur mit knapper Not entkommen. Der Vater sagte:" Nimm es mir nicht übel. Erzähle mir lieber, wie du es ange- stellt hast zu entkommen!" Nachdem der Sohn alles berichtet hatte, sagte Vater: "Na bitte! Du hast das Handwerk erlernt!" [Aufzeichnung der Worte von Goso Hoen]

Geist ist wichtiger als Technik
Der berühmte Schwertmeister Tsukahara Bokuden beschloss eines Tages die Fähigkeiten seiner Söhne zu prüfen. Dazu rief er einen seiner Söhne. Als Hikoshiro die Türe aufschieben wollte, merkte er das sie schwerer ging als normal. Er tastete über die Türschiene und fand eine Kopfstütze aus Holz, die er herab nahm eintrat und wieder hoch legte. Der nächste Sohn wurde gerufen. Hikogoro trat ein und die Stütze fiel herab, doch er fing sie im Herabfallen auf, trat ein und legte sie ebenfalls wieder nach oben. Der dritte Sohn Hikoroku wurde gerufen, der seinen Brüdern technisch weit überlegen war. Er schob die Tür heftig auf und die Stütze fiel herab. Reflexartig zog er sein Kurzschwert und hieb die Stütze in zwei Teile, bevor sie auf den Boden fiel. Darauf sprach er: Du, Hikoshiro, wirst unsere Schwertkunst weitergeben. Du, Hikogoro, wenn du dich weiter so anstrengst, wirst du die Stufe deines Bruders erlangen. Du, Hikoroku, wirst Schande über den Namen deiner Familie bringen, deshalb will ich dich nicht länger in diesem Hause dulden." Und somit enterbte er den dritten Sohn.

Unter Bokudens Schülern war ein Mann mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten. Als er einmal auf der Strasse an einem lebhaften Pferd vorbei ging, welches nach ihm trat, wich er sehr geschickt aus. Leute, die diesen Vorfall gesehen hatten, äusserten sich sehr löblich über diesen Mann. Und als Bokuden der Vorfall zu Ohren kam, stellte er fest: "Ich habe ihn falsch eingeschätzt!", und schloss ihn aus seiner Schule aus. Die Leute konnten Bokudens Verhalten nicht verstehen und überlegten, wie sie Bokuden in eine möglichst ähnliche Situation bringen konnten. Dazu spannten sie ein besonders wildes Pferd vor einen Wagen und gingen in ein Gebäude, um den Meister von dort aus zu beobachten. Bokuden wechselte schon recht früh die Strassenseite. Die Leute gestanden ihm ihre List. Bokuden antwortete: "Jemand, der sorglos ein Pferd passiert ohne an die Möglichkeit zu denken, dass es auschlagen könnte, ist ein hoffnungloser Fall, egal wie sehr er die Techniken studiert."

Photos aus dem Jahre 1860: Hier

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  Unbekannte Überlieferung:
Ich habe keine Eltern, Himmel und Erde sind meine Eltern.

Ich habe keine Wohnstatt, der Seika Tanden (die Bauchmitte, Hara) ist meine Wohnstatt.

Ich habe keine Macht, die Loyalität zur Wahrheit ist meine Macht.

Ich habe keine Mittel, der Gehorsam ist mein Mittel.

Ich habe keine magische Kraft, das Ki ist meine magische Kraft.

Ich habe keinen Körper, stoischer Gleichmut ist mein Körper.

Ich habe keine Augen, das Licht des Blitzes ist mein Auge.

Ich habe keine Ohren, die Empfindsamkeit ist mein Ohr.

Ich habe keine Glieder, stete Bereitschaft und schnelle Reaktion sind meine Glieder.

Ich habe kein Gesetz, Selbstverteidigung ist mein Gesetz.

Ich kenne keine Kriegskunst, frei zu töten und Leben zu schenken ist meine Kriegskunst.

Ich habe keine Pläne, die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen ist mein Plan.

Ich habe keine Wunder, die Lehre des Buddhas ist mein Wunder.

Ich habe keine Grundsätze, die Anpassung an alle Bedingungen ist mein Grundsatz.

Ich habe keine Fähigkeiten, stete Bereitschaft und schnelle Reaktion sind meine Fähigkeiten.

Ich habe keine Freunde, der Geist ist mein Freund.

Ich habe keine Feinde, Unachtsamkeit und Unvorsichtigkeit sind meine Feinde.

Ich habe keine Rüstung, Menschlichkeit und Pflichtbewusstsein sind meine Rüstung.

Ich habe keine Festung, der Fudoshin (unerschütterliche Geist) ist meine Festung.

Ich habe kein Schwert, der Mushin (Nicht-Geist) ist mein Schwert.

Alt Text hier
Die fünf Eigenschaften eines bushi:
Ruhig, wie der Wind.
Unbeweglich, wie der Berg.
Kalt, wie der Nebel.
Schnell im Entschluß, wie der Wind.
Im Angriff, wie Feuer oder Sturm.

Überlieferung eines Koans
Ho fragte Meister Baso: "Wer ist der, der nicht von den zehntausend Dingen abhängig ist?" Der Meister antwortete: "Ich werde es dir sagen, wenn du die Wasser des Westflusses ausgetrunken hast."

Aus dem Bujutsu Sosho (Gesammelte Werke über die Schwertkunst)
Wenn deine Ohren sehen und deine Augen hören, wirst du gewiß zu schätzen wissen,
wie natürlich der Regen vom Dachrand troft.

Der Frühling ist da, sanft geht der Wind. Pfirsichbaum und Aprikose in voller Blüte.
Schwer senkt sich der Tau in den Herbstnächten, vom Blauglockenbaum fallen die Blätter.

Die Blüten, die Ahornblätter im Herbst.
Der Winterschnee, der alles weiß bedeckt,
wie schön jedes auf seine Weise.
Mein Haften, fürchte ich, ging noch nicht über das Sinnliche hinaus.

Hinter dem heiligen Zaun , vor dem ich mich verneige, muß ein Teich von klarem Wasser sein.
Da mein Geist-Mond nun klar und leuchtend wird, sehe ich ihn im Wasser gespiegelt.

Wann und wo immer der Geist an etwas haftet, löse dich schnell davon.
Zögerst du, wie kurz auch immer, wird er sich wieder in seinem alten Heimatort (Ego) einnisten.

Laß alle Künste fahren, die du gelernt hast auf dem Schwertweg,
und trinke einen Schluck aus dem Westfluß.

Immer hatte ich gedacht, ich lernte zu siegen.
Jetzt sehe ich: Siegen ist nicht mehr,
nicht weniger als unterliegen.